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AV-views.de AV-views 2009/5 Projektion auf die Germania



Christies Beitrag zur rheinpartie

Projektion auf die Germania



Gebäude oder auch andere historische Gemäuer mit Projektionen zu bespielen, hat sich als eine besonders beeindruckende Art erwiesen, diese in ein – im wahrsten Sinne des Wortes – neues Licht zu stellen und dem Betrachter Denkanstöße zu geben und neue Perspektiven zu eröffnen. Die Projektionen auf die Germania sowie auf die gewölbte Fassade der Burgruine Rheinfels im Rahmen der "rheinpartie" Anfang Oktober können als eine Meisterleistung angesehen werden, die durch eine gelungene Kombination aus Kreativität und solider Technik nächtelang das Publikum faszinierte.

Innovative Kunst ist nicht unbedingt das, was man in Rüdesheim erwarten darf, doch dank Helmut M. Bien sah das in den drei Tagen rund um den 3. Oktober 2009 ganz anders aus: Bien, ansonsten als künstlerischer Leiter der Frankfurter Luminale bekannt, konnte den Zweckverband Oberes Mittelrheintal sowie etliche Gemeinden und viele Künstler der Gegend motivieren. Rund um das Unesco Welterbe Oberes Mittelrheintal wurde das Festival der Projektionen und Medien „rheinpartie…auf zu neuen Ufern“ geboren.
Mit von der Partie waren auch zwölf Projektoren von Christie. „Die totale Dunkelheit prädestinieren diese Gegend am Rhein hier ganz besonders für eindrucksvolle Projektionen“, erklärt Bien die Auswahl der ausgesuchten Locations der „rheinpartie“. Ganz dunkel ist es denn auch nicht, denn hoch oben an der Bergstation der Rüdesheimer Seilbahn umgibt gleißendes Licht das 38 Meter hohe Denkmal der Germania, die von dieser herausragenden Position über das Leben unten am Rhein wacht und als Denkmal zur Reichsgründung 1883 errichtet wurde. Steht man erst vor der gewaltigen Skulptur, erweist sich das helle Licht als präzise Projektion: Es ist die erste Arbeit des britischen Künstlers Ross Ashton, der dafür eigens vom Pittsburgh Festival of Light gekommen ist, das im Vorfeld des G20-Gipfels für weltweites Interesse am Thema Licht und Projektion gesorgt hatte. Und auch seine nächsten Projekte sind nicht ohne, wie er erklärt: „Da geht es um eine Kathedrale in London, wo wir mit acht Projektoren arbeiten werden. Dann geht es weiter nach St. Andrews, wo wir drei verschiedene Gebäude bespielen werden. Danach folgt die Cambrige University, wo wir fünf Gebäude machen werden.“
Trotzdem ist die „rheinpartie“ für Ross Ashton etwas ganz Besonderes: „Das ganze Projekt ist schon deshalb etwas Neues, weil ich noch nie in Deutschland gearbeitet habe. Zudem ist es das erste Denkmal, auf das ich projiziere. Normalerweise bespiele ich Gebäude, oft Museen oder was immer, doch das ist schon ein wenig anders, weil es eine ganz andere Form hat.“ Ashton verwandelt das heroisch-nationale „Deutschland“-Symbol der Germania beispielsweise durch die Projektion der Flaggen und Symbole aller europäischen Mitgliedsstaaten in ein lebendiges Europa-Denkmal, er projiziert aber auch einen Wasserfall auf das nächtliche Denkmal, der „für die Einheit der europäischen Flüsse steht“, wie er sagt.
Ashton bespielt die Germania mit vier Christie Roadster S+20K-Projektoren der Firma E/T/C, die zudem auch Onlyview, die hauseigene Mediensteuerung mit an den Rhein brachten, eine eigens entwickelte Steuerung für große Multimedia-Produktionen. Ashton wurde bei seiner Arbeit am Rhein von dem ETC Programmierer Richard Braughter und dem Logistik-Manager Paul Highfield unterstützt. Drei Tage vor der Veranstaltung reisten die Briten bereits an, um alle Geräte wirklich optimal auf das komplexe Denkmal auszurichten. Und das gelang ihnen perfekt. Sie schufen eines der Hightlights der Rheinpartie. Der absolute Höhepunkt der Rheinpartie aber und die einzige Veranstaltung, für die der Besucher Eintritt bezahlen musste, war die Projektion in der Burgruine Rheinfels hoch oben über dem Rhein auf der anderen Seite des Flusses. Dabei ahnt man gerade in diesem Fall zunächst nicht, was einen erwartet, weil hier der Innenhof der Ruine bespielt wird, von außen gab es nichts zu sehen. Doch umso größer war die Überraschung, wenn man durch das Hoftor trat: Acht Christie Projektoren waren auf der Burg im Einsatz, als Zuspieler kamen dabei Grass Valley Turbo iDDR Player und Pandora's Box als Steuerung hinzu.




Diesen Artikel finden Sie komplett in der AV-views 2009/5 auf der Seite 38


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