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AV-views.de AV-views 2010/1 Oper mit Hi-Tec visualisiert |

Christie-Projektoren visualisieren Opernelemente in 3D
Oper mit Hi-Tec visualisiert
Wenn künstlerische und technische Kreativität gemeinsam an einem Werk arbeiten, dann ist es nicht verwunderlich, wenn dabei ganz neue Ansichten entstehen und Einsichten gewonnen werden können – wie bei der Inszenierung der Haydn Oper „Il Mondo della Luna“ in Linz.
In Linz gab es gleich zwei Anlässe, sich einmal mehr mit einer besonderen Inszenierung hervorzutun: Die Stadt war im vergangenen Jahr europäische Kulturhauptstadt und man feierte das „Bruckner-Jahr“ anlässlich des 185. Geburtstags des österreichischen Komponisten. Bereits bei Wagners „Rheingold“ und Strawinskis „Le sacre du printemps“ hatte sich die Zusammenarbeit vom Brucknerhaus in Linz und Ars Electronica Futurelab, dem ebenfalls in Linz ansässigen Kreativlabor, bewährt. Im Jahre 2009 wurde dann die dritte Visualisierung klassischen Materials kreiert: Die nicht so häufig aufgeführte Haydn Oper „Il mondo della luna“ bot den Anlass, mit modernster Technik Aspekte des Werkes auf eine Weise zu visualisieren, wie sie bisher nicht erfahrbar gewesen waren. Pascal Maresch, der Director für Media Performance im Ars Electronica Futurelab, hatte alle Hände voll zu tun bei der Premiere, auf die er ein Jahr lang hingearbeitet hatte.
Kunst und Technik
Die innovative und kreative Verbindung von modernster Technik und Kunst ist die Domäne des Ars Electronica Futurelab, die den eigenen Wirkbereich in der Kombination aus künstlerischem Atelier und technischem Labor angesiedelt sieht. Mit diesem Potential wurde man auch diesmal zum Gestalter einer Medieninszenierung, bei der es galt, die Musik selbst zu visualisieren, eine Bilderwelt zu skizzieren, die die Künstler auf der Bühne während der Aufführung mit Leben füllten. Sterne tanzten und Figuren hüpften über den Mond – wohlgemerkt in 3D mit passiven Brillen sichtbar und gesteuert von 24 Kanälen mit den Stimmen der Sängerinnen und Sänger, den Instrumenten des Orchesters und dem Taktstock von Martin Sieghart, dem Dirigenten des Bruckner Orchesters. Seine Bewegungen wurden mit Hilfe eines Stereokamera-Sets aufgenommen und zeichneten so für alle sichtbare Figuren in den Raum und steuerten weitere Bildelemente, die dem Musikgeschehen eine neue Dimension hinzufügten. Eine solche Visualisierung der Bewegungen eines Taktstockes hatte es zuvor noch nicht gegeben. So wurde die Produktion gleichzeitig anschaulicher und verwirrender, musikalischer. Über Linz hinaus wird die Haydn-Oper, wie auch andere Produktionen des Ars Electronica Futurelab zuvor, noch in London, in Polen und Dänemark, aber womöglich auch noch in Taipeh und Schanghai zu sehen sein.
Projektionstechnik
Sichtbar wurde das Ganze durch vier Christie Roadster HD18K Projektoren, die von den Projektionsspezialisten von Ton + Bild geliefert und installiert worden waren. Zwei der 3-Chip DLP Projektoren dienten auch als Sicherheits-Backup für alle Fälle, da es ja eine Live-Aufführung war, bei der alles klappen musste. Die Projektoren standen auf dem Boden, hinten auf der Galerie, zwei übereinander, zwei nebeneinander und bespielten bei einem Projektionsabstand von etwa 30 Metern eine schwarze 3D Leinwand mit exakt 16 x 9 Metern hinter den Musikern. Insgesamt 1.420 Besucher passen in den Saal, doch auf der Galerie stand die aufwendige Technik, so dass einige Sitzplätze wegfielen. Tatsächlich wurden mehr als 1000 Polarisations-Brillen an das begeisterte Publikum verteilt. Für Maresch spielte bei der Auswahl der Projektoren vor allem die Zuverlässigkeit und Lichtstärke eine entscheidende Rolle: "Wir haben ja komplett in Stereo projiziert, das nimmt viel Licht. Zudem war die Projektionsfläche hinter dem Orchester, da konnte man ja nicht komplett abdunkeln, sonst hätten die Musiker nichts mehr gesehen." Robert Cicek von der Ton+Bild Medientechnik GmbH fügt hinzu: "Es wurde viel Wert auf eine optimale Bildqualität und -schärfe gelegt, weshalb wir die HD Projektoren mit 1,4 - 1,8: 1HD Objektiven verwendet haben. Außerdem musste die Signalverarbeitung zwischen Rechnern und Projektoren auf höchstem Niveau ablaufen. Damit wurde sichergestellt, dass es nur eine geringe Latenz gab. Gerade bei der Visualisierung des Taktstocks war dies von besonderer Bedeutung.“
Diesen Artikel finden Sie komplett in der AV-views 2010/1 auf der Seite 16
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