Ganz aktuell und soeben auf dem Markt erschienen sind zwei DLP-Projektoren aus dem Hause BenQ. Wir haben uns den lichtstärkeren MP777 ins Haus geholt. Dieser XGA-Projektor wird mit einer Lichtleistung von 4000 Lumen angegeben, sein kleinerer Bruder, der MP776 kommt immerhin noch auf 3500 Lumen. Mit diesen Leistungen sind beide ideal für den Einsatz in hellen Klassen- und Schulungsräumen, werden aber auch in größeren Konferenzräumen guten Dienst leisten können.
Der MP777 von BenQ ist aufgrund seiner Baugröße sowohl für den room-to-room Einsatz als auch für die feste Installation geeignet. Die hochglänzende, schwarze Geräteoberfläche mag zwar ein Hingucker auf dem Tisch eines edlen Konferenzraums sein, für den täglichen Einsatz im Schulungs- und Präsentationsumfeld erscheint sie uns allerdings viel zu empfindlich für Schmutz und Fingerabdrücke. Aber solche Geschmacksfragen sollte wohl jeder für sich beantworten.
Das sicher im Gehäuse integrierte Zoom-Objektiv ist durch die entsprechenden Aussparungen in der Gehäuseoberseite gut zugänglich. Es gleitet aber nicht optimal leicht und die Einstellungen von Zoom und Fokus sind stark voneinander abhängig, so dass nach einer Änderung der Bildgröße der Fokus nachjustiert werden muss, was wiederum eine Änderung der Bildgröße nach sich zieht.
Das Anschlussfeld an der Rückseite des Projektors bietet alles, was man von einem solchen Gerät erwarten kann. Neben allen analogen Videosignalen sowie zwei analogen VGA- (Computer-) Eingängen und einem VGA-Ausgang steht auch eine HDMI-Buchse zur Verfügung. Das Gerät akzeptiert also digitale Bildsignale und über einen entsprechenden Adapter kann auch der digitale Ausgang eines Computers mit DVI-Stecker genutzt werden. Für den digitalen Filmgenuss ist die HDCP-Entschlüsselung integriert.
Ebenfalls vorhanden und heutzutage auch wichtig ist die Möglichkeit, den Projektor nicht nur über RS232 zu steuern, sondern auch über LAN den Gerätestatus abzufragen, zu kontrollieren oder auch optional Fehlermeldungen zu erhalten.
Nach dem Einschalten ist der Projektor zunächst sehr leise und so erschrickt man fast, wenn ein lauter Gong die Betriebsbereitschaft verkündet. Der Signalton lässt sich aber deaktivieren. Die Lüfter sind übrigens temperaturgesteuert und regeln nach einigen Betriebsminuten hoch, womit allerdings auch der Geräuschpegel deutlich ansteigt und dann den Bereich des Angenehmen überschreitet.
Der Projektor bietet von seiner Hardware die XGA-Auflösung mit 1024 x 768 Bildpunkten, was ein Seitenverhältnis von 4:3 bedeutet. Man fragt sich vielleicht, warum diese „alte“ Auflösung immer noch auch in neuen Projektoren für den Business- und Schulungsbereich Verwendung findet. Es gibt sicherlich mehrere Gründe und es gilt auch hier die Kosten und den Nutzen gegeneinander abzuwägen. Auf der Nutzenseite kann gesagt werden, dass im Bereich der Business-Anwendungen zumeist mit Präsentationsprogrammen wie PowerPoint gearbeitet wird. Texte und Grafiken müssen dabei sinnvollerweise groß gewählt werden, damit sie beim Vortrag von jedem Platz aus mühelos erfasst werden können. Hier ist XGA vollkommen ausreichend. Mehr Details wären höchstens dann erforderlich, wenn in einer kleinen Gruppe etwa die Zahlen in einer Tabellenkalkulation diskutiert werden sollen. Die zweite Kritik am XGA-Format betrifft heute natürlich das Seitenverhältnis. Praktisch alle neuen Monitore und Notebooks haben ein Seitenverhältnis von 16:10, einige von 16:9. Ob das für ein Arbeitsgerät sinnvoll ist, soll an dieser Stelle nicht diskutiert werden. Für einen Projektor würde dazu die WXGA-Auflösung von 1280 x 800 (16:10) oder 1280 x 720 (16:9) optimal passen. Das Breitformat hat insbesondere in kleineren Konferenz- und Schulungsräumen aber einen Vorteil. Die maximal nutzbare Projektionsgröße hängt hier nämlich von der Deckenhöhe ab. Die Projektion kann maximal an der Decke beginnen und darf nicht weiter nach unten reichen, als durch die Sitzanordnung von allen zu erkennen ist. Somit steht meist mehr Platz in der Breite zur Verfügung, was für ein Breitformat spricht. Andererseits sollte eine Projektion nur so groß sein, dass sie – im Gegensatz zum breitformatigen Film – mit einem Blick ohne Drehen des Kopfes komplett erfasst werden kann. Hier dürfte zumeist das 4:3 Format punkten. Egal, für was man sich entscheidet, alle heutigen Projektoren sind in der Lage, andere als das technisch festgelegte eigene Format in mehr oder weniger guter Qualität darzustellen.
Unser Testgerät, um darauf wieder zurückzukommen, stellte auch höhere Auflösungen und Signale im 16:9 Format korrekt und in guter Qualität dar.