Aus der breiten Produktpalette der Business-Projektoren von Mitsubishi haben wir uns den ganz neuen EW330U zum Testen ausgesucht. Der DLP-Projektor wird vom Hersteller als „Bildungsprojektor“ bezeichnet, ist kompakt und problemlos transportabel und kann durch seine Lichtleistung von 3000 Lumen auch in hellen Räumen ein ausreichend großes und gutes Bild liefern.
Das weiße, hoch glänzende Gehäuse nimmt zwar auch die durch Transport und Aufstellung unvermeidbaren Fingerabdrücke auf. Sie sind aber nicht so auffallend, wie bei schwarzen Hochglanz-Produkten. Durch eine Aussparung an der Oberseite des Gehäuses lassen sich Zoom (1,3:1) und Fokus gut einstellen. Etwas gespart hat man aber beim Objektiv: Zoom und Fokus beeinflussen sich gegenseitig stark, so dass die exakte Einstellung einer Bildgröße mehrfach abwechselndes Nachjustieren bedeutet. In der Schulungspraxis dürfte aber selten die Bildgröße so genau festgelegt sein.
Sämtliche Anschlüsse finden sich an der Rückseite des Projektors. Hier ist alles vorhanden, was bei einem Gerät für diesen Einsatzzweck gefragt ist. Einzig auf eine USB-Schnittstelle hat man verzichtet. Für Steuerungszwecke gibt es aber nicht nur eine RS232 sondern auch eine LAN-Schnittstelle. Über letztere lässt sich das Gerät per PJLink Protokoll auch gemeinsam mit anderen Geräten von einem zentralen Netzwerkrechner aus kontrollieren und Steuern. Wer bereits eine Crestron-Steuerung für die Medientechnik einsetzt, der kann den EW330U hier übrigens problemlos integrieren. Eine entsprechende Software-Schnittstelle ist integriert.
Fast selbstverständlich ist heutzutage ein digitaler HDMI-Eingang (mit HDCP), so dass entsprechende Medien von einem HDMI-Zuspieler direkt gezeigt werden können. Nicht unbedingt selbstverständlich: der Projektor ist mit seiner Bildwiederholfrequenz von 120 Hz schnell genug, um auch 3D-Filme zeigen zu können.
Der von uns getestete Projektor ist mit einem DLP-WXGA-Chip ausgestattet und stellt somit 1280 x 800 Bildpunkte im 16:9 Format optimal dar. Wer schwerpunktmäßig 4:3 (XGA) Darstellungen benötigt, der ist mit dem Modell EX320U vielleicht besser bedient. Die Umrechnung eines 4:3 Bildes auf 16:9 erfolgt aber problemlos und in sehr guter Qualität im Projektor. Hier ist auch das hohe Kontrastverhältnis des DLP-Gerätes von Vorteil: Die schwarzen, nicht benötigten Bildränder fallen praktisch nicht auf.
Wir haben das Gerät natürlich mit einem 16:10-Signal getestet. Nach dem Einschalten erkennt das Gerät das Signal problemlos selbständig und projiziert ein ruhiges, scharfes Bild. Dank neuster Technik sind die früher für DLP-Projektoren typischen „Regenbogen-Effekte“ praktisch nicht mehr vorhanden. Leider macht sich der temperaturgeregelte Lüfter bald deutlich bemerkbar. Mitsubishi gibt hier 28 dB an – allerdings für die leistungsreduzierte Eco-Einstellung. Bei maximaler Lichtleistung ist das Geräusch in lauteren Unterrichtssituationen vielleicht noch akzeptabel, in ruhigen Arbeitsgruppen stört es aber sicherlich. Die Farbdarstellung ist trotz gegenteiliger Beteuerung der DLP-Freunde immer noch nicht unproblematisch. Es ist eben so: Je mehr Lichtleistung benötigt wird, umso schlechter wird die Farbqualität – da hilft auch das 6-Segment-Farbrad und die BrillantColor-Technologie nur zum Teil. Wer etwa sein rotes Firmenlogo der CI entsprechend zeigen will, der sollte auf eine lichtreduzierte und damit farblich bessere Einstellung ausweichen.