Epson und Projektionstechnik, das heißt auch zweifellos: Einsatz der LCD-Technik als Basis für beste Bildqualität. Bekanntlich ist die Seiko-Epson zwar nicht das einzige Unternehmen, das Bildgeber für Projektoren auf LCD-Basis herstellt, aber bis auf wenige Nischenprodukte wie z.B. LCoS-Projektoren stammt die Kerntechnik für nahezu alle Hersteller aus diesem Hause. Übrigens: Auch der Projektorenbereich von Epson ist Kunde von Seiko-Epson, was sie Basistechnologie betrifft.
Heutzutage reicht es allerdings häufig nicht mehr, einfach einen Projektor mit guter Lichtleistung und passablem Bild zu vermarkten. Die Einsatzgebiete von Projektoren sind sehr vielfältig und entsprechend werden Geräte auf besondere Einsatzfelder spezialisiert.
Der EB-455wi von Epson ist ein solcher Spezialist, der überall dort seine Stärken ausspielen kann, wo interaktiv mit elektronischen Darstellungen gearbeitet werden soll. Nur von „Projektor“ zu sprechen ist bei diesem Gerät deutlich zu kurz gegriffen, denn tatsächlich erhält man nicht nur einen Ultra-Kutzdistanzprojektor, sondern auch eine durchdachte Wandhalterung sowie die Soft- und Hardware, die für interaktives Arbeiten mittels Stifteingabe nötig ist.
Betrachten wir aber zunächst einmal den Projektor selbst. Das Gerät projiziert Bilder im 16:10 Format mit einer Auflösung von 1280 x 800 Bildpunkten. Höhere Auflösungen werden in guter Qualität skaliert, so dass der Projektor mit allen gängigen Computer-Auflösungen sowie mit den Video-Formaten gut zurecht kommt. Die Lichtleistung von 2500 Lumen wird auch in hellen Räumen meist mehr als ausreichend sein, da die projizierte Bildgröße üblicherweise eine Fläche von einem Quadratmeter nicht deutlich überschreiten wird.
Das Gerät selber ist relativ groß, was aber bei einem Gerät, das üblicherweise fest installiert sein dürfte, wohl kein Problem macht. Alle Anschlüsse befinden sich hinter einer Abdeckung und sind von der Seite zugänglich. Da die Abdeckung mit zwei Schrauben fixiert ist, kann man nicht spontan eine zusätzliche Videoquelle am Gerät anschließen. Es sollten also bei der Installation schon alle wichtigen Ein- und Ausgänge auf ein externes Anschlusspanel verlängert werden. Bezüglich der akzeptierten Stecker und Normen bleiben kaum Wünsche offen. Lediglich einen digitalen Bildeingang sucht man vergebens. Sichtbar Qualitätsverluste entstehen aber durch das Ausweichen auf analoge Eingänge nicht, da alle Bildsignale auf 1280 x 800 umgerechnet werden müssen.
Nach dem Einschalten erfreuen die sauberen, klaren Farben sowie die konturscharfe Darstellung. Getrübt wird dieser erste gute Eindruck leider durch die deutlich zu hohen Betriebsgeräusche. Bei einem Ultrakurzen, interaktiven Projektor hält man sich naturgemäß in direkter Nähe zum Gerät auf, und dann sind die von Epson angegebenen 35 dB wirklich zu laut. Lassen es die Umgebungsverhältnisse zu, so sollte man auf den Eco-Modus wechseln, was Lampen- und Stromkosten reduziert, aber insbesondere die Nerven schont. Gemessen haben wir die Lichtleistung unseres Kandidaten natürlich bei den Maximaleinstellungen. Hier gab es eine positive Überraschung: Unser Testgerät lag sogar knapp über dem Sollwert. Auch die Gleichmäßigkeit der Lichtverteilung war mit 85% durchaus lobenswert.
Zum Messen haben wir unser Testsignal per VGA zum Projektor geführt. Es gibt allerdings noch mehrere andere und auch praktischere Möglichkeiten, das Computersignal anzuschließen.
So unterstützt auch der USB-Anschluss die Übernahme des Computerbildes. Diese Option bieten Epson-Projektoren schon seit einigen Jahren und ein Vorteil ist, dass es hier praktisch keine Kompatibilitätsprobleme gibt.