Sony und die Videoprojektion – das ist schon eine Verbindung aus den Urzeiten des elektronischen Bildes. Damals ging es noch um CRT-Projektoren, jene dreiäugigen Monster, die erst nach aufwändiger Feinjustage ein passables Bild lieferten. Bis heute scheint Sony die Gehäuseform beibehalten zu haben – natürlich erheblich und wesentlich leichter. Aber die konische Bauform des heutigen VPL-EX175 erinnert mich immer noch an die Geräte von damals. Das war’s dann aber auch mit den Gemeinsamkeiten, und das ist auch gut so.
Sony hat viele Jahre im Bereich der LCD-Projektoren auch eigene Entwicklungen betrieben und bietet bis heute hervorragende LCoS-Geräte mit eigener Technik an.
Der Schulungs- und Präsentationsbereich hingegen scheint nicht so sehr im Fokus zu liegen. Jedenfalls in Deutschland ist es in diesem Feld recht ruhig um den Japanischen Großkonzern. Wir haben uns heute mit dem VPL-EX175 einen leistungsstarken Vertreter auf Basis der LCD-Technik ins Haus geholt. Der Projektor arbeitet mit Chips im 4:3 Format mit 1024 x 768 Bildpunkten. Die Lichtleistung gibt Sony mit kräftigen 3600 Lumen an.
Das rückseitige Anschlusspanel bietet neben den üblichen analogen Video- und Audioeingängen auch zwei Anschlussmöglichkeiten für analoge Computersignale (VGA) Zudem wir ein VGA-Ausgang sowie ein Audioausgang angeboten. Zugang für Digitale Bildsignale sucht man vergebens. Auch eine USB-Buchse zum direkten Einlesen von Bildern oder zur Verbindung mit dem PC zur Steuerung der Maus über die IR-Fernbedienung ist nicht zu finden. Allerdings kann der Projektor per Kabel in ein lokales Netzwerk eingebunden werden. Die Möglichkeit, den Projektor über einen Browser oder mittels herstellerunabhängiger Software zum Beispiel per PJlink von zentraler Stelle aus zu überwachen und zu bedienen ist mittlerweile für viele Festinstallationen vorausgesetzt. Durch die Netzwerkanbindung ist der Projektor auch in der Lage, bei einer Störung im Lampensystem automatisch eine Fehlermeldung per Email zu verschicken. Die ebenfalls vorhandene RS232 kommt immer seltener zum Einsatz.
Noch eine Anmerkung zum Gehäuse: Plan auf den Tisch gestellt projiziert das Gerät in einem deutlichen Winkel aufwärts. Die automatische Trapezkorrektur gleicht die entstehenden Fehler allerdings schnell aus – mit Verlust in der Darstellungsqualität und Auflösung natürlich. Wer das nicht will, muss den hinteren Gerätefuß ausfahren, um zu einer waagerechten Projektion zu kommen.
Bezüglich seiner Bildqualität konnte unser Testkandidat sofort überzeugen. Die Darstellung ist konturscharf und ohne störende Konvergenzfehler. Alle gesättigten aber auch alle Pastelltöne erscheinen sehr sauber und klar. So kann der Projektor auch in Bereichen eingesetzt werden, in denen es auf gute Farbqualität bei hoher Lichtleistung ankommt.
Die Einstellung für maximale Lichtleistung war natürlich auch auf unserem Messplatz gefragt. Dennoch gelang es uns nicht, dem Gerät die erwarteten 3600 Lumen zu entlocken. Ca. 3070 Lumen waren das Maximale, was an Nutzlichtstrom aus unserem VPL-EX175 kam. Damit lag das Gerät mit -15% außerhalb des tolerierbaren +-10 % Fensters. Die Gleichmäßigkeit der Lichtverteilung war mit 86% allerdings durchaus gut.