Das taiwanesische Unternehmen Optoma ist schon seit den späten 90er Jahren – damals noch unter dem Namen CTX – und etwa ab 2000 als Optoma in enger Zusammenarbeit mit Texas Instruments dabei, eigene Projektoren auf DLP-Basis zu entwickeln und zu vermarkten. Dabei lagen Schwerpunkte sowohl i der Optimierung der Farb- und Bildqualität als auch darin, Projektoren leiser zu machen. Die Produktpalette umfasst neben Geräten für den Heimkinobereich auch solche, die für die Segmente „Schulung“, „Präsentation“ und „Konferenz“ optimiert sind.
Wir haben uns für den heutigen Test ein Kurzdistanzgerät kommen lassen, das für die feste Installation über einem (elektronischen) Whiteboard aber auch für den mobilen Einsatz gut geeignet ist. Der EW610ST projiziert auf DLP-Basis ein Bild mit 1280 x 800 (16:10) Pixeln bei einer angegebenen Lichtleistung von 3100 Lumen. Damit dürfte er auch in hellen Schulungsräumen eine kontrastreiche Darstellung ermöglichen.
Äußerlich ist das komplett schwarze Gerät wenig auffallend. Geschmackssache ist, ob man die hoch glänzende Oberfläche ständig reinigen möchte oder mit den unvermeidlichen Fingerabdrücken leben kann. Das Projektionsobjektiv wölbt sich, wie bei Geräten ohne Umlenkspiegel üblich, deutlich über die vordere Gehäusewand hinaus und sollte beim Transport immer durch die aufsteckbare Kappe geschützt werden. Ebenfalls üblich ist, dass ein solches Gerät kein Zoomobjektiv bietet – folglich findet sich an der Gehäuseoberfläche nur eine Aussparung, durch die der Fokusring zur Scharfstellung problemlos bedient werden kann. Rückseitig finden sich alle nötigen Anschlüsse einschließlich der Möglichkeit, per HDMI digitale Bildsignale zuzuführen. Per USB-Buchse kann eine Verbindung zu einem Computer hergestellt werden, so dass die IR-Fernbedienung zur Steuerung von Präsentationen eingesetzt werden kann. Für die Verbindung mit einem Netzwerk gibt es eine RJ45-Buchse, über die das Gerät zentral mittels eines beliebigen Browsers oder entsprechenden Tools gesteuert und kontrolliert werden kann. Diese Möglichkeit ist mittlerweile insbesondere für Schulungseinrichtungen ein geforderter Standard.
Nach dem Einschalten des Gerätes gibt es gleich die erste positive Überraschung: Obwohl der Projektor mit maximaler Lichtleistung arbeitet halten sich die Betriebsgeräusche und gut vertretbarem Rahmen. Schaltet man die Lampe auf „standard“, also die reduzierte Leistung, so gibt es an den Betriebsgeräuschen wirklich nichts mehr auszusetzen. Das zweite Positive: Auch in der Einstellung „Präsentation“ ist die farbliche Qualität schon so, dass sie für die meisten Einsatzfelder vollkommen ausreichen dürfte. Weitere Voreinstellungen gibt es für „Film“, sRGB, Tafel und Klassenraum, die jeweils mit einem anderen Farbprofil hinterlegt sind. Auch eigene Optimierungen können abgespeichert werden. Erst, wenn man die Einstellung „Hell“ wählt, gerät die Farbdarstellung aus der Balance: das Bild erhält einen Grünstich und die Farbreinheit leidet. Dennoch haben wir durchaus schon „schmutzigere“ Gelb- und Rottöne gesehen.