AV-views: Das Magazin für audiovisuelle Kommunikation und Präsentation


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AV-views.de Extra Kontrast und Farbe

Extra 2004/1

Kontrast und Farbe


Was gilt es bei der Beurteilung von Kontrastangaben zu berücksichtigen? Was heißt "farbrichtige Darstellung" und worauf ist zu achten? Welche Relevanz haben solche Angaben für die Präsentationspraxis? Antworten zu diesen Fragen finden Sie hier!

Man soll es kaum glauben, aber die moderne Bildröhre eines herkömmlichen Fernsehgerätes hat bezüglich Kontrast und Farbqualität - insbesondere in heller Umgebung - noch immer die Nase vorne im Vergleich zu Projektoren. Wenn nicht gerade Sonnenlicht auf die Mattscheibe fällt, ist der sichtbare Kontrast hervorragend und der Farbumfang wird von keinem DLP- oder LCD-Projektor erreicht. Natürlich arbeiten auch die Projektorenhersteller an der Verbesserung der Bildqualität.



Kontrast

Beim Thema "Kontrastverhältnis" scheinen sich die Wogen der Euphorie über immer neue Spitzenwerte langsam zu glätten. Dennoch wissen gerade diejenigen, die sich noch nicht lange mit Projektionstechnik befassen, kaum darüber bescheid. Fakt ist: Das vom Hersteller angegebene Kontrastverhältnis, übrigens nahezu nie nach ANSI gemessen, ist ein Laborwert, der in der Präsentationspraxis nie auch nur annähernd erreicht werden kann. Er beschreibt nämlich das Verhältnis von der Beleuchtungsstärke, die ein Projektor bei vollkommen weißem Bild auf der Bildwand erzeugt, zu der Beleuchtungsstärke die bei einem vollkommen schwarzem Bild noch dort ankommt. Da in letzterem Fall nur wenige Lux zu messen sind, muss jeglicher Fremd- und Streulichteinfluss vermieden werden. Die Ermittlung eines Kontrastverhältnisse von 1000:1 oder mehr erfordert zwangsläufig einen vollkommen abgedunkelten, schwarz und nicht reflektierend ausgekleideten Messraum, denn schon das geringste Fremdlicht würde das Messergebnis um Zehnerpotenzen verschlechtern. In einer üblichen Präsentationsumgebung beleuchtet das Umgebungslicht die Bildwand durchaus mit 100 Lux und mehr. Ein 2000-Lumen-Projektor, der ein 2 m² großes Bild projiziert, kommt dann nur noch auf ein Kontrastverhältnis von 10:1, und zwar nahezu unabhängig von dem Labormesswert. Nur wer in weitestgehend abgedunkelten Räumen präsentiert, wird vom kontrastreicheren Projektor profitieren (z.B. Kinoatmosphäre).

An dieser Stelle muss allerdings auf den Einfluss der Bildwand hingewiesen werden. Ein Standardtuch macht keinen Unterschied zwischen dem Licht vom Projektor und dem aus der Umgebung. Es verbessert also das effektive Kontrastverhältnis nicht. Anders sieht es da bei Spezialtüchern aus. Sie haben eine Beschichtung, durch die Fremdlicht weniger stark zum Auge des Betrachters gelangt. Die Folge: Die Projektion wirkt wesentlich kontrastreicher.

Farbe

Anders, als beim Kontrastverhältnis, verhält es sich mit der farbrichtigen Darstellung. Im stockfinsteren Raum hat das menschliche Auge keine Chance, leichte Farbstiche zu erkennen. Für echte Kinoanwendungen ist daher eine messtechnisch korrekte Farbdarstellung relativ unwichtig. Schwierig wird es in heller Präsentationsumgebung. Wenn hier das Firmenlogo in haargenau dem richtigen Farbton dargestellt werden soll, ist erheblicher Aufwand nötig. Schön wäre ein Projektor, der zumindest die wichtigen Farben exakt darzustellen in der Lage ist. Aber selbst dann ist das Ergebnis nicht unbedingt das Gewünschte. Voraussetzung wäre nämlich, dass auch das Umgebungslicht von neutraler Farbtemperatur wäre. Das Auge des Betrachters erfasst nämlich die Umgebung mit und macht darauf einen "Weißabgleich". In einem von Glühbirnen erleuchteten Raum muss auch ein teurer Projektor justiert, das heißt auf die Lichttemperatur eingestellt werden, sonst wäre das Ergebnis trotz messtechnisch korrekter Farben wieder nicht so, wie man es haben will. Farbsehen ist und bleibt nämlich relativ.

Max Printzen


Übersicht
Technische Daten und
was dahinter steckt
Extra 2002/2
Lumen: ANSI oder
was?
Extra 2005/6
Kontrast und Farbe
Extra 2004/1
Die
Projektorenklassen
Extra 2003/2
Digitale
Trapezentzerrung
Extra 2005/1
Kenndaten Visualizer
Extra 2004/6
Pinbelegungen der
im AV-Bereich
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Extra Technik
Projektionsgeometrien
bestimmen
Extra 2003/1
Weitblick und
Durchblick
Extra 2006/4

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